Praxis bei der Anregung von Betreuungen in der Stiftung Tannenhof Remscheid

Wie schnell Menschen, ohne sachliche Hintergründe, im psychiatrischen „Hilfesystem“ unter die Räder kommen können  zeigt folgender Fall:

Nach dem eine Frau in der Stiftung Tannenhof Remscheid gelandet war, wurde
Am 02.02.2011  eine Betreuung nach Dringlichkeit beantragt, weil die Patientin angeblich „einwilligungsunfähig und eine Unterbringung erforderlich sei“.
Eine rechtlich abgesicherte Vorsorgevollmacht lag vor. Diese wurde ignoriert.
Bild

Betreuung2

Man beachte das „Ärztliche Attest“ mit  Diagnosen per Ankreuzen.

Die Rechtslage:
Beschluss des Amtsgerichts Wedding 51 XVII/7201 vom 8.11.2010, der bestätigt, dass das Vorliegen einer PatVerfü die Untersuchung und Diagnose, die zur Einrichtung einer Betreuung unerlässlich ist, verhindert

Nr. 256 OLG Köln BGB §§ 1896 I, 1896 II (16. ZS, Beschluß v. 12. 4. 2000 16 Wx 56/00)
Zitat:
„Eine psychische Erkrankung allein rechtfertigt noch nicht die Anordnung der Betreuung, wenn nicht gleichzeitig konkret festgestellt wird, dass der Betroffene nicht in der Lage ist, seine Angelegenheiten ganz oder teilweise selbst zu besorgen. Pauschale Befürchtungen ohne konkrete Anhaltspunkte insoweit reichen nicht aus.“


Nur einen Tag später allerdings:

der gleiche Stationspsychiater bescheinigte der Patientin genau das Gegenteil:

Und der vorhandene Beschluss nach PsychKG wurde aufgehoben

Nur wenige Tage später entließ man die Frau !
Das Betreuungsverfahren wurde eingestellt.

 

Was war passiert in der Zwischenzeit ?
Der Partner der Eingesperrten selbst Diplom-Psychologe , intervenierte bei der Leitung der bereits genannten Klinik auf Heftigste.
Dem Stationspsychiater kündigte er an, dass er dafür sorgen werde, dass er seine Approbation verliere, sollte der Frau auch nur ein Haar gekrümmt werden.

Was zeigt uns diese wahre Gesschichte:
Es ist wichtig, dass man als Angehöriger  Psychiatern couragiert die Stirn bietet.
Die „ärztlichen Atteste“ der Psychiater bestehen oft nicht mal aus heißer Luft.

 

Im Nachgang:
Mit dem was die Rechtsvertreterin der Stiftung Tannenhof im nachfolgenden Schadenersatzprozess vortrug, stellt sich die Frage ob bei dem „ärztlichen Attest“ nicht der Tatbestand des § 278 StGB erfüllt sein könnte.

und so wurde dann die Zuzahlung für den Krankenhausaufenthalt bezahlt:

barzahlung

Advertisements